Am 17.10.2008 findet in Grünberg die "225. Orgelmusik zum Wochenmarkt" statt. Eine Wahnsinns-Leistung des Kantors Michael Harry Poths, der es schafft, in seiner Gemeinde ein hohes kirchenmusikalisches Niveau zu schaffen und zu halten. Dazu kann man nur gratulieren und weiterhin reichlich Freude, Motivation und Gottes Segen wünschen.
Seien es rockige Konzerte mit Band und Orgel, das Gesamtwerk von Messiaen oder Bach - ständig gibt es interessante und begeisternde Konzerte. Und dies Durchhaltevermögen macht sich scheinbar bezahlt, denn selbst außerhalb Grünbergs ist Michael Harry Poths mit seinen Aktionen und Konzerten im Gespräch.
Sicherlich spielt in einer solchen Gemeinde eine große Rolle, wie die Zusammenarbeit zwischen Kantor und Kirchenvorstand funktioniert. Nicht überall kann eine solch gesegnete Entwicklung stattfinden. Denn es gibt durchaus Kirchenvorstände, oder Superintendenten (diese manchmal im Besonderen), die eine musikalische Entwicklung hemmen und aufgrund der aktuellen Sparzwänge versuchen, ihre Kirchenmusiker "in den Wind zu schießen". Eine Entwicklung, die fatale Folgen haben kann, denn - was ist eine Gemeinde ohne Kirchenmusik? Ich wage zu behaupten: nicht auf Dauer lebensfähig.
Liebe Superintendenten, liebe Kirchenvorstände, liebe Kantoren - schauen Sie in diesen Tagen einmal nach Grünberg. Durchhaltevermögen und ein tiefes Verständnis von kontinuierlicher Kirchenmusik - ein echtes Vorbild. Davon können Sie, wenn Sie möchten, profitieren.
Unsere Welt braucht mehr solcher Gemeinden - mehr solcher Kantoren.
Ihr
Daniel Kunert
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Mittwoch, 15. Oktober 2008
Montag, 25. August 2008
Orgel-Einweihungsgottesdienst Hermannsburg
Am 24.08.2008 fand in der großen Kreuzkirche in Hermannsburg der Einweihungsgottesdienst für die "neue gebrauchte" Orgel statt. Nach langer Planung und vielem Hoffen freute sich die Gemeinde über diesen musikalischen "Zuwachs".
Die Orgel wurde von der Firma Karl Schuke, Berlin, in die Kirche eingearbeitet. In ihrer schlichten Eleganz (Fotos und Details folgen demnächst) ist sie ein wundervoller Kontrast zu der alten Kirche, die das wahrscheinlichgrößte freitragende Holzkirchenschiff Europas beherbergt. Eine Kirche - die einen Besuch wert ist.
Der Gottesdienst in der ca. 1000 Menschen fassenden Kirche war nur mittelmäßig mit ca. 600 Gästen besucht. Die ausgezeichnete, gut nachvollziehbare Predigt und die Orgelweihe wurden von den Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Herrn Voigt, gehalten.
Umrahmt wurde der Gottesdienst von einem sehr gut aufspielenden Posaunenchor, dem man gerne zuhörte, dem sauber singenden Kirchenchor und - nach der Weihe - natürlich vom Klang der Orgel. Unter der Empore erklang die Orgel nur sehr leise, jedoch im freien Bereich der Kirche war ihr Klang mächtig und erhaben.
Nach dem Weihe-Gottesdienst war die Gemeinde noch zu einem Festschmaus eingeladen. Für die Kinder war "Pommes satt" geplant und ein reichhaltiges Kuchenbuffet und Getränke waren angeboten. Hier zeigte sich die Gemeinde großzügig und gastfreundlich - es war alles kostenfrei. Heutzutage eine Seltenheit, die aber gerne und dankbar angenommen wurde.
Ein Orgelkonzert zur Einweihung gab es leider an diesem Tag nicht, lediglich Bachs Präludium und Fuge G-Dur (BWV 541) und eine Orgelmusik (vermutlich improvisiert) erklangen während des Weihegottesdienstes. Für die große Masse der Besucher ein imposantes Orgelspiel, für den Eingeweihten teilweise etwas unsauber gespielt.
Alles in allem war es ein gelungener Einweihungsgottesdienst. Die Gemeinde war gastfreundlich und großherzig, die Predigt gelungen und die musikalischen Beiträge waren hoher Qualität. Rundum - es war schön in der großen Kreuzkirche.
Es ist erfreulich, dass die große Kreuzkirche nun endlich durch eine Pfeifenorgel vervollständigt wurde. Bedauerlich ist jedoch, dass scheinbar gar kein großes Interesse daran besteht, dieses Instrument auch weitreichend zu nutzen. Bisher gibt es keine Bekanntmachungen für Orgelkonzerte, Besichtigungen und Veranstaltungen rund um das neue Instrument. Und eigentlich wäre es doch an der Zeit, Hermannsburg einmal zu einem Orgel-Ort zu machen. In der St.-Peter-und-Paul-Kirche gibt es eine wunderschöne Pfeifenorgel, die kleine Kreuzkirche ist ebenfalls "klein, aber fein" ausgestattet.
Perfekte Eignung für mehr Orgelmusik in Hermannsburg. Wie lange müssen wir noch warten?
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Weiterführende Links: http://www.grossekreuzkirche.de
Die Orgel wurde von der Firma Karl Schuke, Berlin, in die Kirche eingearbeitet. In ihrer schlichten Eleganz (Fotos und Details folgen demnächst) ist sie ein wundervoller Kontrast zu der alten Kirche, die das wahrscheinlichgrößte freitragende Holzkirchenschiff Europas beherbergt. Eine Kirche - die einen Besuch wert ist.
Der Gottesdienst in der ca. 1000 Menschen fassenden Kirche war nur mittelmäßig mit ca. 600 Gästen besucht. Die ausgezeichnete, gut nachvollziehbare Predigt und die Orgelweihe wurden von den Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Herrn Voigt, gehalten.
Umrahmt wurde der Gottesdienst von einem sehr gut aufspielenden Posaunenchor, dem man gerne zuhörte, dem sauber singenden Kirchenchor und - nach der Weihe - natürlich vom Klang der Orgel. Unter der Empore erklang die Orgel nur sehr leise, jedoch im freien Bereich der Kirche war ihr Klang mächtig und erhaben.
Nach dem Weihe-Gottesdienst war die Gemeinde noch zu einem Festschmaus eingeladen. Für die Kinder war "Pommes satt" geplant und ein reichhaltiges Kuchenbuffet und Getränke waren angeboten. Hier zeigte sich die Gemeinde großzügig und gastfreundlich - es war alles kostenfrei. Heutzutage eine Seltenheit, die aber gerne und dankbar angenommen wurde.
Ein Orgelkonzert zur Einweihung gab es leider an diesem Tag nicht, lediglich Bachs Präludium und Fuge G-Dur (BWV 541) und eine Orgelmusik (vermutlich improvisiert) erklangen während des Weihegottesdienstes. Für die große Masse der Besucher ein imposantes Orgelspiel, für den Eingeweihten teilweise etwas unsauber gespielt.
Alles in allem war es ein gelungener Einweihungsgottesdienst. Die Gemeinde war gastfreundlich und großherzig, die Predigt gelungen und die musikalischen Beiträge waren hoher Qualität. Rundum - es war schön in der großen Kreuzkirche.
Es ist erfreulich, dass die große Kreuzkirche nun endlich durch eine Pfeifenorgel vervollständigt wurde. Bedauerlich ist jedoch, dass scheinbar gar kein großes Interesse daran besteht, dieses Instrument auch weitreichend zu nutzen. Bisher gibt es keine Bekanntmachungen für Orgelkonzerte, Besichtigungen und Veranstaltungen rund um das neue Instrument. Und eigentlich wäre es doch an der Zeit, Hermannsburg einmal zu einem Orgel-Ort zu machen. In der St.-Peter-und-Paul-Kirche gibt es eine wunderschöne Pfeifenorgel, die kleine Kreuzkirche ist ebenfalls "klein, aber fein" ausgestattet.
Perfekte Eignung für mehr Orgelmusik in Hermannsburg. Wie lange müssen wir noch warten?
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Sonntag, 17. August 2008
Orgelkonzert „Viva Espana“
17.07.2008 in Bergen (Kr. Celle)
In der St. Lambertikirche in Bergen (Kreis Celle) fand heute ein Orgelkonzert mit einem ungewohnterem Hörerlebnis statt. Texte und Musik aus Spanien standen auf dem Programm.
Das Konzert wurde von Kreiskantor Mathias Hartmann mit den vier festlichen Stücken „Cuatro Piezas de Clarines“ eines unbekannten Komponisten eröffnet. Das erste dieser vier Stücke, „Entrada“, erklang kräftig mit einem pompösen Bass, dessen Vibrationen durch das Gebälk der Kirche gut zu spüren waren. Das zweite Stück, „Cancion con eco“, war eines feinen Charakters und füllte die Kirche mit leichtem Klang. Das folgende „Cancion grave“ erklang lebendig und in den Manualen wechselnd, das Thema sehr ausgearbeitet. Das letzte der vier kleinen Stücke „Cancion“ war ebenfalls durchzogen von Manualwechseln und dazu einer umfassenden Klangbreite – von zart bis kräftig.
Nun folgte die Begrüßung der Besucher durch den Pastor der Gemeinde, welcher auch auf die Kollekte für die Kirchenmusik hinwies. Meines Erachtens ein wichtiger Hinweis, denn gute Kirchenmusik kostet nun einmal etwas. Und ein kleiner Obolus ist für die meisten Besucher durchaus möglich.
Mathias Hartmann ließ als nächstes von Francisco Correa de Arauxo den „Tiento del cuarto tono“ erklingen. Der Tiento ist die typischste spanische Instrumentalform. Sie entwickelte sich aus der Fantasie, nimmt Elemente von Ricercar, Canzone und Toccata auf .
Der Komponist Correa lebte in Sevilla, wurde 1599 zum Priester geweiht und dann Organist an der San-Salvator-Kirche in Sevilla. Von 1640 bis zu seinem Tod im Jahre 1654 wirkte er als Organist an der Kathedrale in Segovia. Am bekanntesten ist von ihm die „Facultad organica“, eine Sammlung mit wichtigen theoretischen Texten und 69 Orgelstücken.
Klanglich mag manch einer der Besucher gedacht haben „Das kenne ich“. Es erinnerte an Musik aus unseren Landen und war daher auch gut anzuhören. Entspannte Gesichter bei den Zuhörern durch entspannte und ruhige Musik.
Als nächstes zu hören: „Batalla del sexto tono“ von José Ximénez. Ein schöner Gegensatz zum eben gehörten Tiento. Im ersten Moment erscheint diese „Schlachtenschilderung“ – Gut gegen Böse – gar nicht so gewaltig. Eher sanft setzt sie ein, aber nach und nach kommt die Schlacht in Gang. Die Lautstärke wechselt, ebenso ist der Rhythmus ständig in Bewegung. Und letztendlich entwickelt sich alles hin zu finalem Ende im vollen Werk.
In der Beschreibung (lag dem Konzertprogramm bei) wird ein wenig zu diesem Werk erläutert und besonders auf die Kontrastwirkung hingewiesen. Dreiklangartige Trompetenmotive, Anwachsen der Stimmenzahl und Ausnutzen der Bass-, Mittel- und Diskantlage der Klaviatur. Der genannte „plastische Klangeindruck“ war erlebbar.
Superintendent Heiko Schütte las nun einen kurzen Teil aus den Schriften des spanischen Mystikers Ramon Llull. Sehr hörens- und bedenkenswert.
Weiter ging es im Programm mit dem „Magnificat Octavi Ton“ von Antonio de Cabezón, 7 kurzen Versetten über die gregorianische Magnificat-Melodie im 7. Psalmton, geschrieben in sogenannter Alternatim-Praxis, d.h. die einzelnen Verse wurden im Wechsel mit der Choral-Schola musiziert. Cabezón verarbeitet den c.f. in verschiedenen Stimmlagen, oft klingt er in großen Notenwerten durch das polyphone Stimmgewebe.
Die einzelnen Verse wurden von einer Sopranistin vorgestellt und danach erfolgte die Erarbeitung des jeweiligen Verses durch die Orgel. Voller Abwechslung – von frisch bis meditativ – erklangen die einzelnen Verse – bis hin zu einem wundervoll ausgearbeitet und herrlich anzuhörenden Schlussvers. Von Sopranistin und Organist souverän vorgetragen.
Als nächstes kam zu Gehör die „Sonata in c (Allegro moderato)“ von Félix Máximo López. Eine reine Gute-Laune-Musik, angelehnt an die Musik Scarlattis. Diese wurde von Herrn Hartmann wundervoll ausgearbeitet, das Tempo war angenehm frisch und auch souverän durchgehalten. Einzig einige „Fingerverrutscher“ waren herauszuhören, aber kaum relevant.
Die folgenden „Tres glosas“ von Francisco Correa da Arauxo faszinierten mich von vornherein. Die gregorianische Melodie (c.f. zu „Die unbefleckte Empfängnis“) wird in drei Variationen rhythmisch verziert, wobei die Notenwerte immer kleiner (das Stück somit schneller) werden.
Klanglich waren die Dissonanzen sehr gut zu hören. Durch die Mixturen, Zungenregister und den Tremulanten bekam das Stück einen ungewohnten Klangcharakter, die Töne wurden immer wirbelnder und mitreißender, die rhythmischen Feinheiten immer intensiver. Ein Musikgenuss, den Mathias Hartmann mit einem sicheren und erstklassigen Spiel bot.
Nun wieder Superintendent Heike Schütte mit einer weiteren Lesung aus den Texten von Ramon Llull. Ein direkter Bezug zum Leben als Christ – nachdenkenswert.
Nach diesem ruhigen Moment der Besinnung noch eine „Sonata in d“ von Antonio Soler. Hier hörte man ebenfalls, wie bei der erstgehörten Sonate an diesem Abend, die Nähe zu Scarlatti. Gut zu hören, angenehme Ohrwurm-Musik. Ein-, aber nicht aufdringlich.
Das hierauf folgende „Tiento de 40 tono de falsas“ von Sebastián Aguilera de Heredia begann ruhig und sanft, war fugal aufgebaut und aufgrund vieler Dissonanzen teilweise etwas ungewohnt für das Ohr. Ein sehr stilles, Ruhe ausstrahlendes und meditatives Stück. Absolut hörenswert.
Nun wieder „Kontrastprogramm“ mit einer Espanoleta (Tanz) eines unbekannten Komponisten. Ein wahrlich schwungvolles, fetziges Stück. Weltliche Musik für die Orgel. Ein kräftiger, abwechslungsreicher Tanz, der alle vorhandenen Manuale nutzte, nicht bei einem Rhythmus stehen blieb, sondern ständig wechselte und dem Organisten eine absolute Fingerfertigkeit abverlangt. Einwandfrei gemeistert von Mathias Hartmann.
Um Atem zu holen und noch einmal in sich zu gehen, nun wieder eine Lesung mit Texten von Ramon Llull. Erneut – für das Leben geeignet. Lesenswert.
Zum Abschluss noch einmal die volle Orgelpower. Die „Passacalles“ (Passacaglia) des Joan Cabanilles. Neben der rhythmischen Vielfalt und der polyphonen Dichte fällt vor allem das dissonante Stilmittel des « puncto intenso contra remisso » auf, das gleichzeitige Erklingen einer Note und deren chromatischer Veränderung (z.B. gleichzeitig die Töne C und Cis).
Für unsere Ohren fast schmerzhafte Dissonanzen, die jedoch immer sofort aufgelöst wurden. Ständige An- und Entspannung. Trotzdem eine Musik, der man gut folgen kann, die gut zu hören ist. Musik, die logisch aufgebaut, in sich geschlossen ist. Und dann – mit einem majestätischen Abschluss. Perfekt für dies Konzert.
Nach dem Verklingen des letzten Tons erst einmal ein Moment der Ruhe. Dann ein freundlicher, aber nicht enthusiastischer Applaus. Es wurde vom Publikum viel verlangt, es wurde aber auch viel gegeben. Vielleicht war es nicht jedermanns Geschmack.
Mathias Hartmann führte souverän durch das Programm. Abwechslungsreich und faszinierend. Ein Konzertgenuß, wie man ihn selten erleben kann.
Die Besucherzahl war nicht berauschend. Etwa 100 Besucher zählte ich, 80 davon waren wohl über 50 Jahre alt. Besonders gefreut hat mich, dass jemand seine zwei Kinder mitgebracht hatte. Man konnte sie im Konzert durchaus hören. Und manch einer empfand es vielleicht auch als störend. Ich finde, dass Kinder viel zu selten in Konzerte mitgenommen werden. Sie sollen doch auch hören, was es für schöne Musik gibt. Und nur, wer diese Musik hört, kann auch Interesse dafür entwickeln. Nachwuchs wird dringend benötigt.
Die Orgel wurde im Jahr 2000 durch die Firma Muhleisen (Strasbourg) umgebaut und erweitert. Der Prospekt – einfach und schön. Der Klang – sauber und angenehm. Ein rundum schönes Instrument (mehr davon – in einigen Tagen auf unseren Seiten unter www.orgel-information.de).
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In der St. Lambertikirche in Bergen (Kreis Celle) fand heute ein Orgelkonzert mit einem ungewohnterem Hörerlebnis statt. Texte und Musik aus Spanien standen auf dem Programm.
Das Konzert wurde von Kreiskantor Mathias Hartmann mit den vier festlichen Stücken „Cuatro Piezas de Clarines“ eines unbekannten Komponisten eröffnet. Das erste dieser vier Stücke, „Entrada“, erklang kräftig mit einem pompösen Bass, dessen Vibrationen durch das Gebälk der Kirche gut zu spüren waren. Das zweite Stück, „Cancion con eco“, war eines feinen Charakters und füllte die Kirche mit leichtem Klang. Das folgende „Cancion grave“ erklang lebendig und in den Manualen wechselnd, das Thema sehr ausgearbeitet. Das letzte der vier kleinen Stücke „Cancion“ war ebenfalls durchzogen von Manualwechseln und dazu einer umfassenden Klangbreite – von zart bis kräftig.
Nun folgte die Begrüßung der Besucher durch den Pastor der Gemeinde, welcher auch auf die Kollekte für die Kirchenmusik hinwies. Meines Erachtens ein wichtiger Hinweis, denn gute Kirchenmusik kostet nun einmal etwas. Und ein kleiner Obolus ist für die meisten Besucher durchaus möglich.
Mathias Hartmann ließ als nächstes von Francisco Correa de Arauxo den „Tiento del cuarto tono“ erklingen. Der Tiento ist die typischste spanische Instrumentalform. Sie entwickelte sich aus der Fantasie, nimmt Elemente von Ricercar, Canzone und Toccata auf .
Der Komponist Correa lebte in Sevilla, wurde 1599 zum Priester geweiht und dann Organist an der San-Salvator-Kirche in Sevilla. Von 1640 bis zu seinem Tod im Jahre 1654 wirkte er als Organist an der Kathedrale in Segovia. Am bekanntesten ist von ihm die „Facultad organica“, eine Sammlung mit wichtigen theoretischen Texten und 69 Orgelstücken.
Klanglich mag manch einer der Besucher gedacht haben „Das kenne ich“. Es erinnerte an Musik aus unseren Landen und war daher auch gut anzuhören. Entspannte Gesichter bei den Zuhörern durch entspannte und ruhige Musik.
Als nächstes zu hören: „Batalla del sexto tono“ von José Ximénez. Ein schöner Gegensatz zum eben gehörten Tiento. Im ersten Moment erscheint diese „Schlachtenschilderung“ – Gut gegen Böse – gar nicht so gewaltig. Eher sanft setzt sie ein, aber nach und nach kommt die Schlacht in Gang. Die Lautstärke wechselt, ebenso ist der Rhythmus ständig in Bewegung. Und letztendlich entwickelt sich alles hin zu finalem Ende im vollen Werk.
In der Beschreibung (lag dem Konzertprogramm bei) wird ein wenig zu diesem Werk erläutert und besonders auf die Kontrastwirkung hingewiesen. Dreiklangartige Trompetenmotive, Anwachsen der Stimmenzahl und Ausnutzen der Bass-, Mittel- und Diskantlage der Klaviatur. Der genannte „plastische Klangeindruck“ war erlebbar.
Superintendent Heiko Schütte las nun einen kurzen Teil aus den Schriften des spanischen Mystikers Ramon Llull. Sehr hörens- und bedenkenswert.
Weiter ging es im Programm mit dem „Magnificat Octavi Ton“ von Antonio de Cabezón, 7 kurzen Versetten über die gregorianische Magnificat-Melodie im 7. Psalmton, geschrieben in sogenannter Alternatim-Praxis, d.h. die einzelnen Verse wurden im Wechsel mit der Choral-Schola musiziert. Cabezón verarbeitet den c.f. in verschiedenen Stimmlagen, oft klingt er in großen Notenwerten durch das polyphone Stimmgewebe.
Die einzelnen Verse wurden von einer Sopranistin vorgestellt und danach erfolgte die Erarbeitung des jeweiligen Verses durch die Orgel. Voller Abwechslung – von frisch bis meditativ – erklangen die einzelnen Verse – bis hin zu einem wundervoll ausgearbeitet und herrlich anzuhörenden Schlussvers. Von Sopranistin und Organist souverän vorgetragen.
Als nächstes kam zu Gehör die „Sonata in c (Allegro moderato)“ von Félix Máximo López. Eine reine Gute-Laune-Musik, angelehnt an die Musik Scarlattis. Diese wurde von Herrn Hartmann wundervoll ausgearbeitet, das Tempo war angenehm frisch und auch souverän durchgehalten. Einzig einige „Fingerverrutscher“ waren herauszuhören, aber kaum relevant.
Die folgenden „Tres glosas“ von Francisco Correa da Arauxo faszinierten mich von vornherein. Die gregorianische Melodie (c.f. zu „Die unbefleckte Empfängnis“) wird in drei Variationen rhythmisch verziert, wobei die Notenwerte immer kleiner (das Stück somit schneller) werden.
Klanglich waren die Dissonanzen sehr gut zu hören. Durch die Mixturen, Zungenregister und den Tremulanten bekam das Stück einen ungewohnten Klangcharakter, die Töne wurden immer wirbelnder und mitreißender, die rhythmischen Feinheiten immer intensiver. Ein Musikgenuss, den Mathias Hartmann mit einem sicheren und erstklassigen Spiel bot.
Nun wieder Superintendent Heike Schütte mit einer weiteren Lesung aus den Texten von Ramon Llull. Ein direkter Bezug zum Leben als Christ – nachdenkenswert.
Nach diesem ruhigen Moment der Besinnung noch eine „Sonata in d“ von Antonio Soler. Hier hörte man ebenfalls, wie bei der erstgehörten Sonate an diesem Abend, die Nähe zu Scarlatti. Gut zu hören, angenehme Ohrwurm-Musik. Ein-, aber nicht aufdringlich.
Das hierauf folgende „Tiento de 40 tono de falsas“ von Sebastián Aguilera de Heredia begann ruhig und sanft, war fugal aufgebaut und aufgrund vieler Dissonanzen teilweise etwas ungewohnt für das Ohr. Ein sehr stilles, Ruhe ausstrahlendes und meditatives Stück. Absolut hörenswert.
Nun wieder „Kontrastprogramm“ mit einer Espanoleta (Tanz) eines unbekannten Komponisten. Ein wahrlich schwungvolles, fetziges Stück. Weltliche Musik für die Orgel. Ein kräftiger, abwechslungsreicher Tanz, der alle vorhandenen Manuale nutzte, nicht bei einem Rhythmus stehen blieb, sondern ständig wechselte und dem Organisten eine absolute Fingerfertigkeit abverlangt. Einwandfrei gemeistert von Mathias Hartmann.
Um Atem zu holen und noch einmal in sich zu gehen, nun wieder eine Lesung mit Texten von Ramon Llull. Erneut – für das Leben geeignet. Lesenswert.
Zum Abschluss noch einmal die volle Orgelpower. Die „Passacalles“ (Passacaglia) des Joan Cabanilles. Neben der rhythmischen Vielfalt und der polyphonen Dichte fällt vor allem das dissonante Stilmittel des « puncto intenso contra remisso » auf, das gleichzeitige Erklingen einer Note und deren chromatischer Veränderung (z.B. gleichzeitig die Töne C und Cis).
Für unsere Ohren fast schmerzhafte Dissonanzen, die jedoch immer sofort aufgelöst wurden. Ständige An- und Entspannung. Trotzdem eine Musik, der man gut folgen kann, die gut zu hören ist. Musik, die logisch aufgebaut, in sich geschlossen ist. Und dann – mit einem majestätischen Abschluss. Perfekt für dies Konzert.
Nach dem Verklingen des letzten Tons erst einmal ein Moment der Ruhe. Dann ein freundlicher, aber nicht enthusiastischer Applaus. Es wurde vom Publikum viel verlangt, es wurde aber auch viel gegeben. Vielleicht war es nicht jedermanns Geschmack.
Mathias Hartmann führte souverän durch das Programm. Abwechslungsreich und faszinierend. Ein Konzertgenuß, wie man ihn selten erleben kann.
Die Besucherzahl war nicht berauschend. Etwa 100 Besucher zählte ich, 80 davon waren wohl über 50 Jahre alt. Besonders gefreut hat mich, dass jemand seine zwei Kinder mitgebracht hatte. Man konnte sie im Konzert durchaus hören. Und manch einer empfand es vielleicht auch als störend. Ich finde, dass Kinder viel zu selten in Konzerte mitgenommen werden. Sie sollen doch auch hören, was es für schöne Musik gibt. Und nur, wer diese Musik hört, kann auch Interesse dafür entwickeln. Nachwuchs wird dringend benötigt.
Die Orgel wurde im Jahr 2000 durch die Firma Muhleisen (Strasbourg) umgebaut und erweitert. Der Prospekt – einfach und schön. Der Klang – sauber und angenehm. Ein rundum schönes Instrument (mehr davon – in einigen Tagen auf unseren Seiten unter www.orgel-information.de).
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Sonntag, 3. August 2008
Sommerzeit = Orgelzeit
Der Sommer hat uns fest im Griff. Nach einer längeren regenreichen Zeit ist die Sonne zurückgekehrt und sorgt für hohe Temperaturen. Keine Angst, ich will nicht über das Wetter schreiben, darüber redet man meist eh viel zu viel. Aber die hohen Temperaturen haben einen angenehmen Nebeneffekt – es wird voller in den Kirchen. Trotz der Möglichkeit, sich im Schwimmbad abzukühlen oder ein anderes kühles Naß im Biergarten zu genießen, zieht es derzeit vielerorts die Menschen in die Orgelkonzerte, die zur Sommerzeit besonders vermehrt angeboten werden. Liegt dies an den verschiedenen, auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittenen Angeboten oder einfach nur daran, dass es in den großen Kirchen angenehm kühl ist?
Mir selbst ging es vor einigen Tagen so. Im Auto wurde es nicht richtig kühl, öffnete man dann die Autotür, war man innerhalb von Sekunden vom Schweiß durchtränkt. Einige Schritte zum Portal der St. Peter und Paul-Kirche in Hermannsburg, die Tür geöffnet und schnell wieder hinter mir geschlossen und ich konnte es nicht verhindern – ein erlöster Ruf entschlüpfte meinem Mund. Die Kirche – leer und kühl. Herrlich. Nachdem ich mich ausgiebig erholt hatte, musste ich mich sehr überwinden, wieder in die sommerliche Hitze zurück zu kehren.
Auch im Herbst finden Orgelkonzerte statt, ebenso im Winter. Und ich wünsche allen Gemeinden, dass die hohe Zahl der Besucher, die wir aus vielen Gemeinden mitgeteilt bekamen, nicht an den kühlen Kirchen, sondern an der exquisiten Musik und Konzertgestaltung lagen. Und dass in den kommenden Monaten auch weiterhin viele Besucher die angebotenen Orgelkonzerte wahrnehmen und besuchen.
Ihre Konzert-Termine können Sie uns gerne zusenden, damit sie auch in unserem Terminkalender aufgeführt sind. Ebenso natürlich ausgiebige Informationen zu Konzertreihen und auch die Rückschauen auf ihre Veranstaltungen.
Ihr
Daniel Kunert
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Mir selbst ging es vor einigen Tagen so. Im Auto wurde es nicht richtig kühl, öffnete man dann die Autotür, war man innerhalb von Sekunden vom Schweiß durchtränkt. Einige Schritte zum Portal der St. Peter und Paul-Kirche in Hermannsburg, die Tür geöffnet und schnell wieder hinter mir geschlossen und ich konnte es nicht verhindern – ein erlöster Ruf entschlüpfte meinem Mund. Die Kirche – leer und kühl. Herrlich. Nachdem ich mich ausgiebig erholt hatte, musste ich mich sehr überwinden, wieder in die sommerliche Hitze zurück zu kehren.
Auch im Herbst finden Orgelkonzerte statt, ebenso im Winter. Und ich wünsche allen Gemeinden, dass die hohe Zahl der Besucher, die wir aus vielen Gemeinden mitgeteilt bekamen, nicht an den kühlen Kirchen, sondern an der exquisiten Musik und Konzertgestaltung lagen. Und dass in den kommenden Monaten auch weiterhin viele Besucher die angebotenen Orgelkonzerte wahrnehmen und besuchen.
Ihre Konzert-Termine können Sie uns gerne zusenden, damit sie auch in unserem Terminkalender aufgeführt sind. Ebenso natürlich ausgiebige Informationen zu Konzertreihen und auch die Rückschauen auf ihre Veranstaltungen.
Ihr
Daniel Kunert
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Sonntag, 22. Juni 2008
Dienstleistung oder was?
Kirchenmusikalische Aktivitäten und das kirchliche Orgelspiel liegen in den Kirchengemeinden in den Händen eines festen Kirchenmusikers. So ist es zumindest noch in den meisten Gemeinden - ausgenommen sind die Gemeinden, die sich der Musik aus der Konserve bedienen (ja - das gibt es!).
Nun stellt sich für den Kirchenmusiker, ich nenne ihn im weiteren Verlauf einmal "Organisten", der Einfachheit halber, die Problematik dar, dass sein Beruf, seine Berufung und seine Arbeit oft unter den verschiedensten Gesichtspunkten gesehen wird.
Er selbst sieht sich vielleicht als jemand, der die Liturgik des Gottesdienstes, den Inhalt und das Wesen der "musikalischen Kommunikation mit Gott" gestaltet und so den Besuchern eine Möglichkeit aufzeigt, neben Wort (Predigt) und Gemeinschaft Gott zu erleben. Es ist die Gestaltung einer intimen, teilweise mystischen und nicht sichtbaren Verbindung mit Hilfe der Musik. Sein Anliegen ist es auch, die Musik zu pflegen und den Menschen diese tiefgeistige Auffassung näher zu bringen. Ein Gottesdienst ohne Musik wäre wie eine Suppe ohne Salz. Der Organist sorgt hier für die geschmackliche Variante.
Von den Pastoren, vom Kirchenvorstand und weiteren wird er vielleicht schlicht als "Angestellter der Kirche" angesehen. Seine Aufgabe ist es, durch Musik die Predigt zu stützen und zu untermalen und den Wünschen des Pastoren entgegenzukommen um einen würdigen Rahmen für den Gottesdienst zu schaffen.
Und dann wird der Organist von den Besuchern vielleicht noch als reiner "Dienstleister" gesehen, der gegen Bezahlung (schließlich kriegt der gute Mann, bzw. die gute Frau ja ordentlich Geld für den Orgeldienst) die Musik spielt, die sich die Besucher bei Taufen, Trauungen, Beerdigungen usw. wünschen. Er hat somit auf diese Wünsche einzugehen und sich mit evtl. verpflichteten Sängern und Virtuosen zu arrangieren um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Er hat nach dem Motto "Der Kunde ist König" zu handeln und somit, aus der Sicht der Besucher" die Gemeinde zu bedienen.
Nun stellt sich die Frage, ob es eine richtige Auffassung gibt, oder ob alle drei korrekt sind? Was macht den Kirchenmusiker aus? Stellen wir die Frage anders: Was wünschen Sie Sich in Ihrer Kirche? Einen Dienstleister, der die Gemeinde bedient nach dem Motto "Der Kunde ist König"? Gehen Sie einmal ins nächste Fachgeschäft - dort werden Sie so bedient. Aber das hat seinen Preis. Und wären Sie bereit, diesen Preis für einen Organisten zu bezahlen? Nicht nur 18 Euro pro Stunde, sondern 50? Zuzüglich Aufwandsentschädigung für Übe- und Probenzeiten, Fahrtkosten, Notenmaterial usw.?
Oder soll der Kirchenmusiker nur eine Marionette des Kirchenvorstands oder Pfarrers sein und "umrahmen"? Seine fundierte musikalische Ausbildung dafür benutzen zu tun, was andere, ohne diese Ausbildung, ihm sagen? Möchten sie das Risiko eingehen, dass er dann so schlechte Musik macht und sich windet und krümmt vor Gram?
Sie wünschen Ihrer Kirche doch das Beste, oder? Kirche ist kein Dienstleistungsunternehmen - bzw. sollte es nicht sein !!!!! Kirche ist "Gott zu Ehren". Die Kirche ist das Haus Gottes, dort sollte Musik zum Lob Gottes gemacht werden. Dort soll Gottes Wort verkündet werden, bzw. redet Gott dort durch Menschen (Pastoren) zu den Gläubigen. Gott ist hier nahe (wohlgemerkt ist dies manchmal leider kaum noch zu erleben).
Es braucht !! - ja - es braucht dringend Organisten, die den Mut aufbringen, der Gemeinde durch die Musik Gott nahe zu bringen.
Es braucht Organisten, die dem Verfall des "Stiles" entgegenwirken.
Es braucht Organisten, die die Pfarrer, die Kirchenvorstände und die Besucher mit ihren unsachgemäßen Wünschen wieder in die Schranken weisen.
Es braucht Organisten, die aus dem Gottesdienst eine Feier machen.
Es braucht Organisten, die durch die Musik, wenn es der Pfarrer durch die Predigt und die Gestaltung des Gottesdienstes schon nicht schafft, uns Gott näherbringen.
Es braucht mutige Organisten, die Engstirnigkeit, Dummheit und Blödsinn aus der Kirche werfen.
Es braucht Organisten, die mutig mit Gott zusammen arbeiten.
Oder was wünschen Sie Ihrer Kirche?
Ihr
Daniel Kunert
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Nun stellt sich für den Kirchenmusiker, ich nenne ihn im weiteren Verlauf einmal "Organisten", der Einfachheit halber, die Problematik dar, dass sein Beruf, seine Berufung und seine Arbeit oft unter den verschiedensten Gesichtspunkten gesehen wird.
Er selbst sieht sich vielleicht als jemand, der die Liturgik des Gottesdienstes, den Inhalt und das Wesen der "musikalischen Kommunikation mit Gott" gestaltet und so den Besuchern eine Möglichkeit aufzeigt, neben Wort (Predigt) und Gemeinschaft Gott zu erleben. Es ist die Gestaltung einer intimen, teilweise mystischen und nicht sichtbaren Verbindung mit Hilfe der Musik. Sein Anliegen ist es auch, die Musik zu pflegen und den Menschen diese tiefgeistige Auffassung näher zu bringen. Ein Gottesdienst ohne Musik wäre wie eine Suppe ohne Salz. Der Organist sorgt hier für die geschmackliche Variante.
Von den Pastoren, vom Kirchenvorstand und weiteren wird er vielleicht schlicht als "Angestellter der Kirche" angesehen. Seine Aufgabe ist es, durch Musik die Predigt zu stützen und zu untermalen und den Wünschen des Pastoren entgegenzukommen um einen würdigen Rahmen für den Gottesdienst zu schaffen.
Und dann wird der Organist von den Besuchern vielleicht noch als reiner "Dienstleister" gesehen, der gegen Bezahlung (schließlich kriegt der gute Mann, bzw. die gute Frau ja ordentlich Geld für den Orgeldienst) die Musik spielt, die sich die Besucher bei Taufen, Trauungen, Beerdigungen usw. wünschen. Er hat somit auf diese Wünsche einzugehen und sich mit evtl. verpflichteten Sängern und Virtuosen zu arrangieren um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Er hat nach dem Motto "Der Kunde ist König" zu handeln und somit, aus der Sicht der Besucher" die Gemeinde zu bedienen.
Nun stellt sich die Frage, ob es eine richtige Auffassung gibt, oder ob alle drei korrekt sind? Was macht den Kirchenmusiker aus? Stellen wir die Frage anders: Was wünschen Sie Sich in Ihrer Kirche? Einen Dienstleister, der die Gemeinde bedient nach dem Motto "Der Kunde ist König"? Gehen Sie einmal ins nächste Fachgeschäft - dort werden Sie so bedient. Aber das hat seinen Preis. Und wären Sie bereit, diesen Preis für einen Organisten zu bezahlen? Nicht nur 18 Euro pro Stunde, sondern 50? Zuzüglich Aufwandsentschädigung für Übe- und Probenzeiten, Fahrtkosten, Notenmaterial usw.?
Oder soll der Kirchenmusiker nur eine Marionette des Kirchenvorstands oder Pfarrers sein und "umrahmen"? Seine fundierte musikalische Ausbildung dafür benutzen zu tun, was andere, ohne diese Ausbildung, ihm sagen? Möchten sie das Risiko eingehen, dass er dann so schlechte Musik macht und sich windet und krümmt vor Gram?
Sie wünschen Ihrer Kirche doch das Beste, oder? Kirche ist kein Dienstleistungsunternehmen - bzw. sollte es nicht sein !!!!! Kirche ist "Gott zu Ehren". Die Kirche ist das Haus Gottes, dort sollte Musik zum Lob Gottes gemacht werden. Dort soll Gottes Wort verkündet werden, bzw. redet Gott dort durch Menschen (Pastoren) zu den Gläubigen. Gott ist hier nahe (wohlgemerkt ist dies manchmal leider kaum noch zu erleben).
Es braucht !! - ja - es braucht dringend Organisten, die den Mut aufbringen, der Gemeinde durch die Musik Gott nahe zu bringen.
Es braucht Organisten, die dem Verfall des "Stiles" entgegenwirken.
Es braucht Organisten, die die Pfarrer, die Kirchenvorstände und die Besucher mit ihren unsachgemäßen Wünschen wieder in die Schranken weisen.
Es braucht Organisten, die aus dem Gottesdienst eine Feier machen.
Es braucht Organisten, die durch die Musik, wenn es der Pfarrer durch die Predigt und die Gestaltung des Gottesdienstes schon nicht schafft, uns Gott näherbringen.
Es braucht mutige Organisten, die Engstirnigkeit, Dummheit und Blödsinn aus der Kirche werfen.
Es braucht Organisten, die mutig mit Gott zusammen arbeiten.
Oder was wünschen Sie Ihrer Kirche?
Ihr
Daniel Kunert
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Donnerstag, 22. Mai 2008
Stirbt ein Aspekt unserer Kultur?
Höhlenmalerei – für manch einen Wissenschaftler ist die Höhlenmalerei der frühen Menschheitsgeschichte ein Indiz für die Kultur der Menschen in längst vergangenen Zeitaltern. Für uns heute spielen diese Malereien keine Rolle mehr, aber für die damalige Bevölkerung war sie ein Teil ihrer Kultur, ihres Lebens und Ihres „Way of Life“. Sie dokumentierten damit ihr Leben, ihre Jagden, ihre Existenz.
Für eine gewisse Zeit war auch die Orgel solch ein kultureller Aspekt. Eine Kirche, gebaut aus viel Material und teilweise aus Tränen, Schweiß und Mühen, denn nicht immer gab es die technischen Möglichkeiten unserer Zeit, war erst dann vollständig, wenn neben Altar, Bänken und Fenstern auch eine Orgel darin stand und den Raum mit heiligen Klängen erfüllte. Die Orgel war zu dieser Zeit ein wichtiger kultureller Aspekt. Die Menschen lebten in der und durch die Kirche, die Kirche war Mittelpunkt und die Orgel gehörte dazu. Die Kirche, und auch die Orgel, war ein Teil des Lebens, der Kultur und des „Way of Life“ der damaligen Menschen.
Doch die Zeiten ändern sich. Wir malen nicht mehr an Höhlenwänden und, meines Erachtens bedauerlich, die wenigsten Menschen gehen noch in die Kirche. Auf jeden Fall ist die Kirche nur bei einer sehr geringen Minderheit ein Aspekt des Lebens. Vielmehr ist sie fast verzichtbares Beiwerk geworden. Weihnachten und Ostern – Feiertagsglaube.
In den Augen der meisten Menschen spielt die Orgel so gut wie gar keine Rolle mehr. Sie gehört vielleicht nach Meinung des ein oder anderen eher ins Museum, ebenso die gesamte Kircheneinrichtung. Aus dieser Einstellung resultiert, dass man auch nicht mehr bereit ist, Geld für die Erhaltung einer Orgel zu spenden, ein Konzert zu besuchen oder sich auf ähnliche Weise am Geschehen „Kirchenmusik“ zu beteiligen. Nein – man braucht dies nicht mehr.
Vielleicht war es einst auch mit der Höhlenmalerei so. Es gab noch einige alte vorzeitliche Menschen (und ein paar freakige junge Menschen), die sich der Höhlenmalerei widmeten. Weil es ihnen Spaß machte und weil sie einen Kulturbereich erhalten wollten. Aber gebraucht wurde die Höhlenmalerei nicht mehr. Sie war „out“. Und es wurde keine Mühe und kein Aufwand darin investiert, andere Dinge wurden wichtiger.
Wird es der Orgel auch so gehen? Ist sie einfach „out“ und nicht mehr gefragt und somit bald kein Teil unserer Kultur mehr? Wird sie über kurz oder lang im Museum landen, weil immer mehr Kirchen geschlossen werden und die Kirchen, die es noch gibt, ohne Orgel auskommen? Weil Keyboard, Schlagzeug und E-Gitarre moderner sind (bis auch sie veralten?)?
Die Menschen entwickeln sich weiter (oder zurück?). Hat die Orgel in der Zukunft keine Rolle mehr? Ist Kultur eine Modeerscheinung? Oder etwas Beständiges? Wer macht Kultur? Wann vergeht Kultur. Löst eine Kultur die andere ab? Fragen über Fragen!
Lieber Leser, wie wichtig ist die Orgel für Sie? Meinen Sie, dass die Orgel noch Zukunft hat? Was ist Ihr Beitrag, damit sie Zukunft hat? Ihre Meinung ist gefragt.
Ihr
Daniel Kunert
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Für eine gewisse Zeit war auch die Orgel solch ein kultureller Aspekt. Eine Kirche, gebaut aus viel Material und teilweise aus Tränen, Schweiß und Mühen, denn nicht immer gab es die technischen Möglichkeiten unserer Zeit, war erst dann vollständig, wenn neben Altar, Bänken und Fenstern auch eine Orgel darin stand und den Raum mit heiligen Klängen erfüllte. Die Orgel war zu dieser Zeit ein wichtiger kultureller Aspekt. Die Menschen lebten in der und durch die Kirche, die Kirche war Mittelpunkt und die Orgel gehörte dazu. Die Kirche, und auch die Orgel, war ein Teil des Lebens, der Kultur und des „Way of Life“ der damaligen Menschen.
Doch die Zeiten ändern sich. Wir malen nicht mehr an Höhlenwänden und, meines Erachtens bedauerlich, die wenigsten Menschen gehen noch in die Kirche. Auf jeden Fall ist die Kirche nur bei einer sehr geringen Minderheit ein Aspekt des Lebens. Vielmehr ist sie fast verzichtbares Beiwerk geworden. Weihnachten und Ostern – Feiertagsglaube.
In den Augen der meisten Menschen spielt die Orgel so gut wie gar keine Rolle mehr. Sie gehört vielleicht nach Meinung des ein oder anderen eher ins Museum, ebenso die gesamte Kircheneinrichtung. Aus dieser Einstellung resultiert, dass man auch nicht mehr bereit ist, Geld für die Erhaltung einer Orgel zu spenden, ein Konzert zu besuchen oder sich auf ähnliche Weise am Geschehen „Kirchenmusik“ zu beteiligen. Nein – man braucht dies nicht mehr.
Vielleicht war es einst auch mit der Höhlenmalerei so. Es gab noch einige alte vorzeitliche Menschen (und ein paar freakige junge Menschen), die sich der Höhlenmalerei widmeten. Weil es ihnen Spaß machte und weil sie einen Kulturbereich erhalten wollten. Aber gebraucht wurde die Höhlenmalerei nicht mehr. Sie war „out“. Und es wurde keine Mühe und kein Aufwand darin investiert, andere Dinge wurden wichtiger.
Wird es der Orgel auch so gehen? Ist sie einfach „out“ und nicht mehr gefragt und somit bald kein Teil unserer Kultur mehr? Wird sie über kurz oder lang im Museum landen, weil immer mehr Kirchen geschlossen werden und die Kirchen, die es noch gibt, ohne Orgel auskommen? Weil Keyboard, Schlagzeug und E-Gitarre moderner sind (bis auch sie veralten?)?
Die Menschen entwickeln sich weiter (oder zurück?). Hat die Orgel in der Zukunft keine Rolle mehr? Ist Kultur eine Modeerscheinung? Oder etwas Beständiges? Wer macht Kultur? Wann vergeht Kultur. Löst eine Kultur die andere ab? Fragen über Fragen!
Lieber Leser, wie wichtig ist die Orgel für Sie? Meinen Sie, dass die Orgel noch Zukunft hat? Was ist Ihr Beitrag, damit sie Zukunft hat? Ihre Meinung ist gefragt.
Ihr
Daniel Kunert
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Dienstag, 13. Mai 2008
Über Geschmack läßt sich .....
In einem bekannten Orgelforum entdeckte ich heute eine Diskussion zu zwei Videos (verm. aus England), die auf dem Portal youtube zu finden sind. Dort spielt ein junger Organist nach dem Segen in einem Familiengottesdienst moderne Musik, nämlich die Melodie zu "Mario Bros", bzw. "Tetris". Diese Computerspiele sind sicherlich dem ein oder anderen bekannt. Die Qualität des Orgelspiels möchte ich hier heute nicht beurteilen, denn ein Nachwuchs-Organist spielt nun mal nicht so gut wie ein Konzertorganist mit vielen Jahren Erfahrung.
Ich möchte auf einen anderen Aspekt eingehen. In dem o.g. Orgelforum wurden diese zwei Videos hauptsächlich mit ablehnenden Worten und teilweise fast schon aggressivem Tonfall abgefertigt. Zum einen wurde die Qualität bemängelt (wobei manche Gemeinden froh sein können, wenn überhaupt jemand die Orgel spielt - auch wenn die Qualität nicht so gut ist), zum anderen die Dreistigkeit, solch ein "Machwerk" wie "Super Mario Bros" oder "Tetris" überhaupt in einer Kirche zu spielen. Und das noch nach dem Segen.
Unglaublich.
Ein Familiengottesdienst ist ein Gottesdienst mit Familie, d.h. mit Kindern. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass der Großteil der Kinder mit Widor, Bach, Buxtehude, und anderen althergebrachten Orgelmusik-Komponisten etwas anfangen könnte. Aber die Kinder kennen mit recht hoher Sicherheit ihren Gameboy, Nintendo, usw. Und natürlich auch die Musik, die dort zu hören ist. Warum also die Kinder in der Kirche nicht dort abholen, wo sie stehen? Weil die Erwachsenen damit ein Problem haben? Dann hätten ja die Erwachsenen fast schon ein Problem damit, dass sich die Kinder in der Kirche wohlfühlen und direkt auf ihrer Ebene angesprochen werden.
Ist die Kirche denn nur für die Erwachsenen da, oder auch für die Kinder? Es gibt Kindergottesdienste, Krabbelgottesdienste, und vieles mehr, was die Kinder, also die "Kleinen" ansprechen soll. Warum dann nicht auch Orgelmusik zu den Computerspielen, gespielt von einem Kind?
Warum erwarten gestandene Organisten, Orgelfreunde und Kirchenmusiker (ich gehe einmal davon aus, dass sich in dem o.g. Forum nur Leute mit Wortbeiträgen beteiligen, die von der Materie Ahnung haben), dass Kinder, die noch keinerlei Erfahrung mit der Materie Kirche und Musik haben, sich mit Bach, Buxtehude usw. herumquälen? Ist es nicht vielmehr Aufgabe des Kirchenmusikers, Organisten, usw. auch die Kinder in die Musik einzubeziehen? Warum dann nicht einmal die Titelmelodie von Pipi Langstrumpf oder der Sendung mit der Maus spielen?
Vielleicht interessiert das Instrument Orgel die Kinder ja dann wieder etwas mehr und der Nachwuchs stellt sich ein. Und dann kann es irgendwann an die "ernstere" Orgelmusik gehen.
Ihr
Daniel Kunert
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Ich möchte auf einen anderen Aspekt eingehen. In dem o.g. Orgelforum wurden diese zwei Videos hauptsächlich mit ablehnenden Worten und teilweise fast schon aggressivem Tonfall abgefertigt. Zum einen wurde die Qualität bemängelt (wobei manche Gemeinden froh sein können, wenn überhaupt jemand die Orgel spielt - auch wenn die Qualität nicht so gut ist), zum anderen die Dreistigkeit, solch ein "Machwerk" wie "Super Mario Bros" oder "Tetris" überhaupt in einer Kirche zu spielen. Und das noch nach dem Segen.
Unglaublich.
Ein Familiengottesdienst ist ein Gottesdienst mit Familie, d.h. mit Kindern. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass der Großteil der Kinder mit Widor, Bach, Buxtehude, und anderen althergebrachten Orgelmusik-Komponisten etwas anfangen könnte. Aber die Kinder kennen mit recht hoher Sicherheit ihren Gameboy, Nintendo, usw. Und natürlich auch die Musik, die dort zu hören ist. Warum also die Kinder in der Kirche nicht dort abholen, wo sie stehen? Weil die Erwachsenen damit ein Problem haben? Dann hätten ja die Erwachsenen fast schon ein Problem damit, dass sich die Kinder in der Kirche wohlfühlen und direkt auf ihrer Ebene angesprochen werden.
Ist die Kirche denn nur für die Erwachsenen da, oder auch für die Kinder? Es gibt Kindergottesdienste, Krabbelgottesdienste, und vieles mehr, was die Kinder, also die "Kleinen" ansprechen soll. Warum dann nicht auch Orgelmusik zu den Computerspielen, gespielt von einem Kind?
Warum erwarten gestandene Organisten, Orgelfreunde und Kirchenmusiker (ich gehe einmal davon aus, dass sich in dem o.g. Forum nur Leute mit Wortbeiträgen beteiligen, die von der Materie Ahnung haben), dass Kinder, die noch keinerlei Erfahrung mit der Materie Kirche und Musik haben, sich mit Bach, Buxtehude usw. herumquälen? Ist es nicht vielmehr Aufgabe des Kirchenmusikers, Organisten, usw. auch die Kinder in die Musik einzubeziehen? Warum dann nicht einmal die Titelmelodie von Pipi Langstrumpf oder der Sendung mit der Maus spielen?
Vielleicht interessiert das Instrument Orgel die Kinder ja dann wieder etwas mehr und der Nachwuchs stellt sich ein. Und dann kann es irgendwann an die "ernstere" Orgelmusik gehen.
Ihr
Daniel Kunert
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